Bundesgesundheitsblatt

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  1. Zusammenfassung

    Der internationale Kongress der Ärztegesellschaft Heilfasten und Ernährung e. V. in Kooperation mit der Maria Buchinger Foundation fand im Juni 2019 bereits zum 18. Mal in Überlingen am Bodensee statt. Der Kongress bietet Ärzt*innen, Fastenleiter*innen und allen Interessierten eine Plattform zum Austausch der neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse in der Fastenforschung. Namhafte nationale und internationale Fastenforscher*innen referierten unter dem Kongresstitel „Fasting: the Switch of Life“ zu den gesundheitlichen Auswirkungen von Fastentherapien, den Indikationen und Kontraindikationen des Fastens und damit verbundenen biologischen, genetischen und neurowissenschaftlichen Erkenntnissen u. a. zu Proteindiäten und integrativen Fastentherapien. Neben den gesundheitsbezogenen Aspekten fand auch die religiöse und spirituelle Dimension des Fastens Beachtung. Ziel des Kongresses war es, neben den Fachvorträgen und Fallvorstellungen aus der Praxis, auch aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen in der Fastentherapie zu diskutieren.

  2. Zusammenfassung

    Hintergrund

    Kinder und Jugendliche aus Familien mit Migrationshintergrund und niedrigem Sozialstatus zählen zu Risikogruppen für die Entwicklung von Übergewicht und gelten zugleich als schwer erreichbar für eine Gesundheitsförderung. Ziel ist es, einen Überblick über frei verfügbare print- und webbasierte Materialien zur Gesundheitsförderung zu geben und diese hinsichtlich formaler, inhaltlicher und adressatengerechter Kriterien zu bewerten.

    Methodik

    Mittels systematischer Keywordsuche in einer großen Suchmaschine wurden zwischen August und September 2017 Printmedien und Websites recherchiert, entlang eines evidenzbasierten Kriterienkatalogs bewertet und vergleichend analysiert. Kostenfreie Gesundheits-Apps wurden in einem App-Store recherchiert, getestet und deskriptiv bewertet.

    Ergebnisse

    89 Printmedien, 58 Websites sowie 25 Apps wurden identifiziert. 11,2 % der Printmedien sind in verschiedenen Sprachen verfügbar; weitere kultursensible Aspekte berücksichtigen 29,2 %, eine leichte Sprache verwenden 12,4 % der Materialien. Bei 40,6 % der Websites kann entweder eine unterschiedliche Sprache ausgewählt werden oder es sind fremdsprachige Downloads verfügbar. Dabei sind Übersetzungen in Englisch (37,5 %), Türkisch (31,3 %), Arabisch (28,1 %) und Russisch (25 %) am häufigsten vertreten. Weitere kultursensible Aspekte berücksichtigen 37,5 % der Websites. Von den getesteten Apps richten sich die wenigen qualitativ hochwertigen an Eltern und Schwangere, sind häufig textbasiert und ausschließlich in deutscher Sprache verfasst.

    Diskussion

    Nur wenige Beratungsmaterialien sind speziell an der Lebenswelt von Risikogruppen orientiert. Für diese Zielgruppe können Materialien in leichter Sprache, unterschiedlichen Übersetzungen sowie mit kulturadaptierter Gestaltung empfohlen werden.

  3. Zusammenfassung

    Klinisch-toxikologische Untersuchungen sind für die Erkennung und Einschätzung der Schwere fraglicher Suchtstoffintoxikationen sehr hilfreich. In einigen Fällen entwickelt sich ein zunächst klinischer Vergiftungsfall im weiteren Verlauf der Aufklärung zu einem Fall mit forensischer Relevanz, etwa bei absichtlicher Substanzbeibringung, z. B. von Knock-out(K. o.)-Mitteln oder in Mordabsicht, oder bei Vorliegen einer Intoxikation im Zusammenhang mit einer anderen Straftat, z. B. Drogen im Straßenverkehr, Körperverletzung und Drogenverkauf.

    In diesem Beitrag werden verschiedene Suchtstoffe wie Alkohol, K. o.-Mittel, klassische illegale Drogen, Drogenersatzstoffe, Medikamente und neue psychoaktive Substanzen (NPS) mit ihren Besonderheiten und Problematiken bei der analytischen Erfassung in klinischen und forensischen Fällen erläutert. Die verwendeten Informationen entstammen Daten aus dem eigenen Untersuchungsgut und Daten aus der Literatur.

    Das Spektrum der Suchtmittel hat sich innerhalb der letzten Jahre deutlich gewandelt. Während für Alkohol und die klassischen Missbrauchsdrogen etablierte Methoden zum Nachweis zur Verfügung stehen, lassen sich neuere Suchtstoffe und auch Medikamente mit Missbrauchspotenzial mit den herkömmlichen Methoden der Immunchemie in Kombination mit chromatografischen Verfahren wie Gaschromatografie-Massenspektrometrie (GC-MS) oder Hochdruckflüssigchromatografie (HPLC) gar nicht oder nicht ausreichend sicher nachweisen.

    Eine Verbesserung der messtechnischen Ausstattung für spezialisierte Labore ist notwendig, um auch weiterhin Patienten adäquat versorgen und Straftaten aufklären zu können. Im Sinne der Rechtssicherheit ist es wichtig, dass ein Täter im Falle der Beibringung einer Fremdsubstanz an ein Opfer davon ausgehen muss, dass diese auch nachgewiesen werden kann. Auch im Hinblick auf die Verlässlichkeit offiziell angegebener Prävalenzdaten von Suchtstoffen bei Drogentodesfällen sollte eine höhere Sicherheit bei der Erfassung aller relevanten Substanzen angestrebt werden.

  4. Zusammenfassung

    Chemische Kampfstoffe stellen trotz langjähriger internationaler Anstrengungen zur Abrüstung eine Gefahr für die Bevölkerung dar. Gründe sind existierende Restbestände, unsachgemäß entsorgte chemische Munition und in der offenen Literatur verfügbare Synthesevorschriften. Auch in kriegerischen Auseinandersetzungen und bei terroristischen Anschlägen forderten chemische Kampfstoffe in jüngerer Zeit Tausende Tote und Verletzte. Dieser Beitrag stellt chemische Kampfstoffe und vergleichbare Substanzen sowie die durch sie ausgelösten Symptome bei vergifteten Patienten vor. Neben konkreten Behandlungsempfehlungen für die einzelnen Substanzgruppen werden Parallelen zu bekannteren, pathomechanistisch verwandten Vergiftungen gezogen. Darüber hinaus werden Aspekte der Detektion, Diagnose und des allgemeinen Managements wie Dekontamination und Antidotbevorratung beschrieben.

    Nach Wirkort werden Lungen‑, Blut‑, Haut‑, Nerven- und Psychokampfstoffe unterschieden, die bei Raumtemperatur meist flüssig oder gasförmig sind. In den letzten Jahren sind Pharmaceutical-Based Agents (PBA) als Gruppe hinzugekommen, die zwar gemäß Chemiewaffenübereinkommen (CWÜ) nicht als chemische Kampfstoffe gelten, aber aufgrund ihrer hohen Toxizität aufgeführt werden. PBA umfassen u. a. die synthetischen Opioide, die auch bei inhalativer Aufnahme wirken.

    Bei der Rettung betroffener Personen sind die frühe Detektion der Kampfstoffe, die Absperrung der Kontaminationszone und die Verwendung von Chemikalienschutzanzügen und Atemschutz notwendig. Die Exposition muss so schnell wie möglich beendet werden, indem der Patient aus dem Gefahrenbereich gebracht und dekontaminiert wird, Letzteres auch um Sekundärkontaminationen bei anderen Personen und von rückwärtigen Einrichtungen zu verhindern. Je nach Art des Kampfstoffs wird eine entsprechende Therapie eingeleitet.

  5. Zusammenfassung

    Im Jahr 1963 entstanden die ersten Giftinformationszentren (GIZ) in der damaligen Bundesrepublik Deutschland (BRD) wie auch in der Deutschen Demokratischen Republik (DDR). In den 1980er-Jahren zentralisierte die DDR die Giftinformation in nur einem Zentrum, während in der BRD aufgrund der föderalen Struktur insgesamt 19 Zentren gegründet wurden. Heute gibt es nur noch 8 GIZ in Verantwortung der deutschen Bundesländer, die Teil von Universitätskliniken sind oder sich dort angesiedelt haben. In diesem Beitrag werden Geschichte, Arbeitsweise und Bedeutung der deutschen GIZ dargestellt.

    GIZ beraten zu ca. 255.000 Humanexpositionen pro Jahr in einem 24-Stunden-Dienst. Sie sind eine wichtige Einrichtung zur therapeutischen Notfallversorgung, die zum großen Teil bei kindlichen Vergiftungen in Anspruch genommen wird. Die wissenschaftlichen Beiträge der deutschen GIZ sind bei internationalen Kongressen viel beachtet. Zwei Standardlehrbücher zur Vergiftungsbehandlung bei Kindern und Erwachsenen wurden herausgegeben. Der Wert der GIZ bei der adäquaten Gesundheitsversorgung und ihr monetärer Nutzen werden derzeit noch verkannt, obwohl sie bereits 1991 in ersten systematischen Auswertungen nachgewiesen werden konnten.

    In Deutschland liegen für eine Risikofrüherkennung bei Vergiftungen bisher keine ausreichend repräsentativen Daten vor. Die GIZ können zusammen mit dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) diese Daten bereitstellen, benötigen aber dazu noch eine bessere technische und personelle Ausstattung. Der bestehende politische Auftrag, ein nationales Monitoring zum Vergiftungsgeschehen zu errichten, wird hier wegweisend sein, um die Vergiftungsunfälle beim Menschen zukünftig wissenschaftlich besser bewerten und behandeln zu können.

  6. Zusammenfassung

    In Deutschland fehlen auch im Jahr 2019 ein nationales Vergiftungsregister und ein leistungsfähiges Toxikovigilanzsystem zur Identifizierung und Bewertung toxischer Risiken für die Bevölkerung. Als besonderes Vorbild gelten die USA, aber auch in Frankreich, den Niederlanden, der Schweiz und Schweden sind leistungsfähige Systeme etabliert und liefern repräsentative Daten zu Humanexpositionen, die auch als Frühwarnsystem zur Risikominimierung und Prävention dienen. Dieser Beitrag gibt eine Übersicht über nationale Vergiftungsregister und Toxikovigilanzsysteme in anderen Ländern und beschreibt die aktuelle Situation in Deutschland, wo gesundheitspolitisch bisher zu wenig in die Entwicklung dieses Bereichs investiert wird.

    Die Datengrundlagen zur Analyse des Vergiftungsgeschehens in Deutschland sind bisher noch unzureichend, auch weil Vergiftungen als bedeutsame medizinische Entität bisher keine genügende medizinisch-statistische Entsprechung in der Internationalen Klassifikation der Krankheiten (ICD-Code) finden. In der Zusammenarbeit zwischen dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) und den Giftinformationszentren (GIZ) sind schon bedeutende Fortschritte und Präventionserfolge zur Risikominimierung im Vergiftungsgeschehen erzielt worden, aber ohne ein nationales Monitoring und ein Toxikovigilanzsystem sind auch gravierende Fehleinschätzungen möglich.

    Über die Daten zu Humanexpositionen in den deutschen Giftinformationszentren (GIZ) und die ärztlichen Meldungen bei Vergiftungen am Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) könnten akute, ggf. auch chronische Vergiftungen zukünftig wirksam abgeschätzt werden. Dazu bedarf es der Einrichtung eines nationalen Monitorings von Vergiftungen und einer Toxikovigilanz mit dauerhafter Finanzierung durch die Politik und über Bundesländergrenzen hinweg.

  7. Zusammenfassung

    Hintergrund

    In Deutschland sind rund 4 Mio. Menschen von verschiedenen seltenen Erkrankungen betroffen, von denen sich etwa 15 % im Zahn‑, Mund‑, Kiefer- und Gesichtsbereich manifestieren können.

    Ziel der Arbeit

    Mit dieser Querschnittsstudie soll die mundgesundheitsbezogene Lebensqualität bei Menschen mit seltenen Krankheiten ermittelt und der Zusammenhang mit den Faktoren orale Symptome, Diagnoseverzögerung und Geschlecht untersucht werden.

    Material und Methoden

    Ein Fragebogen mit offenen Fragen und 14 Fragen aus dem validierten Verfahren OHIP (Oral Health Impact Profile; G14) zur Erhebung der subjektiven mundgesundheitsbezogenen Lebensqualität wurde 125 deutschen Mitgliedsverbänden des Dachverbands von Selbsthilfegruppen zugesandt. Der Zusammenhang zwischen OHIP-Werten und den 3 Faktoren wurde mittels Regressionsmodell mit einem Signifikanzniveau von p = 0,01 evaluiert.

    Ergebnisse

    Insgesamt nahmen 473 Personen mit 96 unterschiedlichen seltenen Erkrankungen an der Studie teil. Der OHIP-Wert bei Teilnehmenden ohne orale Manifestationen lag 6,54 Punkte niedriger als bei jenen mit oralen Symptomen (p = 0,001). Bei oralen Symptomen stieg der OHIP-Wert mit jedem Jahr Diagnoseverzögerung um 0,080 Punkte (p = 0,014). Ein Zusammenhang mit dem Geschlecht wurde nicht gefunden.

    Diskussion

    Bei seltenen Erkrankungen zeigt sich unabhängig vom Vorliegen oraler Symptome eine schlechtere mundgesundheitsbezogene Lebensqualität als bei der deutschen Normbevölkerung. Wenn orale Symptome vorliegen, stehen diese im negativen Zusammenhang mit der mundgesundheitsbezogenen Lebensqualität. Durchschnittlich vergehen bis zur Diagnose der jeweiligen seltenen Erkrankung 8,37 Jahre. Je früher die Diagnose gestellt wird, desto besser ist die mundgesundheitsbezogene Lebensqualität der Betroffenen.

  8. Zusammenfassung

    Es wird zunehmend gefordert, dass Stakeholder an gesundheitsbezogenen Forschungsprojekten beteiligt werden. Als „Stakeholder“ werden in diesem Zusammenhang jene Personen bezeichnet, die von der geplanten Forschung bzw. dem Forschungsgegenstand direkt oder indirekt betroffen sein können. Damit können beispielsweise Patient*innen, Angehörige, Gesundheitspersonal, aber auch politische Entscheidungsträger*innen gemeint sein. Es stellen sich in der Umsetzung dieser Forderung viele Fragen, zum Beispiel was genau Beteiligung umfasst, zu welchem Zweck Forschende Stakeholder beteiligen sollten, wer einbezogen werden soll oder wie die Beteiligung gestaltet werden kann und soll.

    Vom 28. bis 29.03.2019 fand zu diesem Thema die interdisziplinäre Tagung „Befragen oder Beteiligen? Die Rolle von Stakeholdern in der Gesundheitsforschung“ an der Ludwig-Maximilians-Universität München statt. Die Tagung hatte zum Ziel, einen disziplinübergreifenden Diskurs zur Forschungsbeteiligung verschiedener Stakeholdergruppen zu ermöglichen. Dabei wurden unterschiedliche Anwendungskontexte in den Blick genommen, wie Public-Health-Forschung, klinische Forschung, Versorgungsforschung und bioethische Deliberation.

    Der vorliegende Tagungsbericht strukturiert und erläutert die wesentlichen Inhalte der Tagung aus der Perspektive der Organisatorinnen. Dabei werden Inklusivität bzw. Exklusivität häufig genutzter Begriffe für Stakeholderbeteiligung diskutiert, unterschiedliche Rechtfertigungsstrategien für Stakeholderengagement reflektiert sowie ein Überblick über Forschungsansätze, deren methodische Umsetzung und forschungspraktische Herausforderungen gegeben.

  9. Erratum zu:

    Bundesgesundheitsbl 2019 62:639

    https://doi.org/10.1007/s00103-019-02934-w

    In diesem Artikel werden die Auswirkungen der globalen Erwärmung auf die UV-Exposition in Deutschland beschrieben. Auf S. 642, Spalte 3, 2. Absatz wird unter anderem ausgeführt, dass sich die Sonnenscheindauer in …

  10. Erratum zu:

    Bundesgesundheitsbl 2019

    https://doi.org/10.1007/s00103-019-02947-5

    In der Originalfassung des Artikels finden sich Bezüge auf Rechtsverordnungen, die während des Reviewprozesses außer Kraft gesetzt wurden, sowie zwei sprachliche Inkorrektheiten.

    Im Abschnitt „Freie Studien und ihre …

  11. Zusammenfassung

    Exotische Gifttiere wie Schlangen, Meerestiere, Spinnen und Skorpione sind in Mitteleuropa eine Seltenheit, werden aber von manchen Menschen als Haustiere gehalten. Vergiftungen, die durch diese Tiere ausgelöst werden, stellen bei der ärztlichen Versorgung eine besondere Herausforderung dar.

    Im Zeitraum von 6 Jahren (2001–2006) wurden bei 4 Giftinformationszentren in Deutschland und Frankreich insgesamt 202 Fälle von Vergiftungen durch exotische Tiere registriert und ausgewertet. 91 % der Unfälle passierten im häuslichen Umfeld, die restlichen in Zoohandlungen. Verursacht wurden die Vergiftungen durch Schlangen (38 %), Meerestiere (31 %), Arthropoden (Spinnen und Skorpione; 27 %) und sonstige Gifttiere (4 %). In 8 % der Fälle handelte es sich um schwere Vergiftungen, die alle durch Schlangenbisse verursacht worden waren. Die schweren Vergiftungen zeigten sich in Form von Koagulopathien, schweren Lokalsymptomen und einer intubationsbedürftigen respiratorischen Insuffizienz. In 6 Fällen von schweren Vergiftungen wurde ein Immunserum (Antivenin) verabreicht, in 3 Fällen erfolgte ein chirurgischer Eingriff. Todesfälle traten nicht auf.

    Nach einem Gifttierbiss oder -stich sollte die betroffene Extremität in der Regel v. a. ruhig gestellt und desinfiziert, nicht jedoch abgebunden, eingeschnitten oder ausgesaugt werden. Der exakte biologische Name der Tierart sollte identifiziert werden. Neben der Einweisung in ein Krankenhaus wird die Konsultation eines Giftinformationszentrums empfohlen.

  12. Zusammenfassung

    Hintergrund

    Schmerzen erzeugen bei Kindern und Jugendlichen nicht nur Leidensdruck, sondern führen auch zu Schulfehlzeiten, Medikamenteneinnahme, ärztlicher Inanspruchnahme und einem erhöhten Risiko für Schmerzen im Erwachsenenalter.

    Ziel der Arbeit

    Auf Datengrundlage der bundesweiten Studie zur Gesundheit der Kinder und Jugendlichen in Deutschland (KiGGS Welle 2, 2014–2017) werden wiederholt auftretende Kopf‑, Bauch- und Rückenschmerzen in den letzten 3 Monaten bei Mädchen und Jungen berichtet und mit Daten der KiGGS-Basiserhebung (2003–2006) verglichen. Folgen wiederholt auftretender Kopfschmerzen werden ebenfalls untersucht.

    Material und Methoden

    Für die Analysen standen aus KiGGS Welle 2 Daten von >11.000 Teilnehmenden und aus der Basiserhebung von >12.000 Teilnehmenden zwischen 3 und 17 Jahren zur Verfügung. Für 3‑ bis 10-jährige Kinder beantworteten die Eltern/Sorgeberechtigten die Fragen, während 11- bis 17-Jährige selbst Auskunft gaben.

    Ergebnisse

    Bei 3‑ bis 10-Jährigen kommen wiederholt auftretende Bauchschmerzen am häufigsten vor und betreffen ein Drittel der Mädchen und ein Viertel der Jungen. Bei 11- bis 17-Jährigen sind wiederholt auftretende Kopfschmerzen führend und betreffen fast jedes zweite Mädchen und etwa jeden dritten Jungen. Die 3‑Monats-Prävalenz wiederholt auftretender Kopf‑, Bauch- und Rückenschmerzen hat bei Mädchen und Jungen vor allem in den Altersgruppen 7 bis 10 Jahre und 11 bis 13 Jahre zugenommen. Jugendliche nehmen bei wiederholt auftretenden Kopfschmerzen fast doppelt so oft Medikamente ein wie Kinder.

    Diskussion

    Kopf‑, Bauch- und Rückenschmerzen sind nach wie vor und mit zum Teil steigender Prävalenz sehr häufige Symptome bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland. Ihre Prävention benötigt einen ganzheitlichen Blick auf die Kindergesundheit im psychosozialen Lebensumfeld- und Versorgungskontext.

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